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Bonn, 2. Februar 2026 – Die Diagnose Krebs ist heute nicht mehr automatisch ein Todesurteil: Vorsorgeuntersuchungen, verbesserte Operationstechniken, individuelle Chemo- und Immuntherapien sowie besserer Nachsorge haben bei vielen Krebsarten die Überlebensraten stark verbessert. Diese Fortschritte sind die Gründe dafür, warum Bauchspeicheldrüsenkrebs 2024 nach dem Lungenkrebs zur zweithäufigsten Todesursache bei Krebs aufgestiegen ist, wie neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen (Zahlen für 2025 liegen noch nicht vor). Während die Todesraten bei anderen Krebsarten stark gesunken sind, verbessern sich die Überlebensraten beim Pankreaskarzinom nur langsam. „Leider gibt es immer noch keine zuverlässige Vorsorge bei Bauchspeicheldrüsenkrebs, weshalb die Erkrankung meist viel zu spät entdeckt wird und nicht mehr therapiert werden kann“, sagt Lutz Otto, der Bundesvorsitzende der Selbsthilfeorganisation AdP, anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar.
2024 starben 45.148 Menschen in Deutschland an Lungenkrebs, 19.533 am Pankreaskarzinom, gefolgt von Brustkrebs (18.720), Prostatakrebs (15.468) und Dickdarmkrebs (14.251). Dass eine Krebserkrankung des Pankreas in neun von zehn Fällen immer noch tödlich verläuft, liegt zum einen an der späten Diagnose, zum anderen handelt es sich um einen sogenannten Kalten Tumor. Dieser tarnt sich so gut, dass er von der Immunabwehr des Körpers nicht erkannt und nicht bekämpft wird. Auch viele Therapieverfahren schaffen es nur ungenügend, die Tumorzellen zu zerstören. Immerhin zeigen individuelle Chemo- und Immuntherapien eine wachsende Wirksamkeit, die sich auch in steigenden Überlebensraten zeigt. So ist die fünfjährige Überlebensrate bei Frauen seit dem Jahr 2000 von damals 5,0 Prozent auf 11,0 Prozent gestiegen. Bei Männern stieg die Überlebensrate von 7,6 auf ebenfalls 11,0 Prozent.
Dass man die Hoffnung nicht sinken lassen sollte, zeigt der Popstar Chris Rea, der mit seinem Weihnachtslied „Driving Home for Christmas“ zu Weltruhm kam. Im Jahr 2000 wurde bei ihm Bauchspeicheldrüsenkrebs festgestellt. Rea überlebte die Krankheit um 25 Jahre, produzierte noch elf Bluesalben und ging 2017 zum letzten Mal auf Tournee. Er starb am 22. Dezember 2025 nach kurzer Krankheit im Alter von 74 Jahren. „Chris Rea macht auch Menschen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs Mut, dass man selbst diese Krebsart besiegen kann“, so Otto.
Der AdP setzt seine größten Hoffnungen in eine verbesserte Früherkennung und Fortschritte in der Medizin. „Je mehr auch die Hausärzte über erste Symptome Bescheid wissen, umso früher kann man die Erkrankung diagnostizieren und die Überlebenschancen verbessern“, so Otto. Rückenschmerzen, für die es eigentlich keine Erklärung gibt, Oberbauchschmerzen oder plötzliche Diabetes können auf eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse hinweisen. Doch auch die Fortschritte in der Medizin machen dem AdP Mut. So arbeiten Forscher an Bluttests, die das Pankreaskarzinom schon früh erkennen können. Unternehmen wie Biontech arbeiten zudem an einer Impfung, die die Bildung von Metastasen nach einer OP verhindern soll und damit die Überlebensaussichten stark verbessern könnte.
„Dankbar ist der AdP auch der Deutschen Krebshilfe für ihr Sonderforschungsprogramm, das mit 40 Millionen Euro ausgestattet ist und sich ganz auf das Pankreaskarzinom konzentriert“, so AdP-Vorsitzender Otto. „Wir hoffen, dass der Weltkrebstag dafür sorgt, dass sich mehr Menschen im Alter ab 60 Jahren mit den frühen Symptomen einer Bauchspeicheldrüsenerkrankung beschäftigen. Mangels Vorsorgeuntersuchungen müssen die Menschen auf sich selbst aufpassen, wenn es unerklärliche Symptome gibt. Dann kann ein Facharzt der Ursache früh auf den Grund gehen und eine mögliche Erkrankung noch erfolgreich behandeln.“
Typische, sehr frühe Hinweise auf eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse sind:
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