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Bonn, 08. März 2026 Anlässlich des Internationalen Frauentages bekräftigt das BRCA-Netzwerk die Forderung nach einer Medizin, die sowohl biologische als auch soziale Unterschiede konsequent berücksichtigt. Geschlechtsspezifische Forschung ist ein zentraler Baustein für bessere Versorgung – doch echte Gesundheitsgerechtigkeit geht darüber hinaus.
Noch immer basiert ein erheblicher Teil medizinischer Forschung auf Daten, die geschlechtsspezifische Unterschiede unzureichend berücksichtigen. Die Folgen der sogenannten „Gender Data Gap“ zeigen sich in verzögerten Diagnosen, unzureichend angepassten Therapien und unterschätzten Risiken für Frauen.
Wichtige Signale kommen daher aus dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Das BMFTR setzt mit aktuellen Fördermaßnahmen unter anderem zur Reduzierung dieser Datenlücken ein wichtiges Signal für eine geschlechtersensible Medizin. Das BMG ermöglicht mit der Förderrichtlinie „Patientinnenzentrierte Versorgung von Frauen“ die Verbesserung von Diagnostik und Therapie für Frauen.
Doch Gesundheit ist nicht nur eine Frage des Geschlechts, sondern auch der sozialen Lage. Die Weltgesundheitsorganisation weist seit Jahren darauf hin, dass Einkommen, Bildung und Lebensbedingungen maßgeblich beeinflussen, wie hoch Erkrankungsrisiken sind und wie gut Menschen medizinische Angebote nutzen können. Sozioökonomisch benachteiligte Menschen erkranken häufiger chronisch, nehmen Vorsorge seltener wahr und profitieren später oder gar nicht von innovativen Therapien.
Gerade bei familiären Krebserkrankungen zeigt sich diese doppelte Ungleichheit: Der Zugang zu genetischer Beratung, qualitätsgesicherter Prävention und spezialisierten Zentren darf nicht vom Wohnort oder Einkommen abhängen. Medizinischer Fortschritt ist nur dann gerecht, wenn er alle erreicht.
Das BRCA-Netzwerk setzt sich daher für eine Forschung und Versorgung ein, die geschlechtssensibel und für alle zugänglich ist. Wir brauchen Daten, die biologische Unterschiede sichtbar machen – und Strukturen, die Hürden abbauen.
Am Internationalen Frauentag machen wir deutlich: Gesundheit ist ein Menschenrecht! Sie darf weder vom Geschlecht noch vom sozioökonomischen Status abhängen.
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